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520 Kg Geisternetze aus der Nordsee geborgen

  • Derk Remmers (links) und Dirk Heinemann (rechts) von Ghost Diving Germany.

Mikroplastikreduktion und Artenerhalt in der Nordsee

Verschmutzung der Meere - da denken die Meisten an Pfandflaschen und Plastikverpackungen, aber auch herrenlose Fischernetze, die unkontrolliert davon treiben machen einen großen Teil der Meerverschmutzung aus. Diese verlorengegangenen oder absichtlich im Meer entsorgten Netze hängen sich an Riffe oder alten Schiffswracks fest und werden so zu einer Gefahr für Meeresbewohner. Fische, die in den Geisternetzen hängen bleiben, locken größere Tiere an, sodass auch schon Schweinswale, Seehunde oder Kegelrobben sich in den Netzen verfangen. Sie verheddern sich und ersticken am Ende qualvoll. Andere Tiere wiederum verwechseln die Netze mit Nahrung. Dies wurde 2016 deutlich, als bei gestrandeten Pottwalen an der Nordseeküste sogar ganze Netze im Magen der Tiere gefunden wurden.

In der ersten Mai-Woche 2022 fand eine Projekt-Woche im Nordseehallbad Carolinensiel-Harlesiel statt, um genau diese Netze aus verschiedenen Wracks zwischen Wangerooge, Spiekeroog und Langeoog zu bergen. So möchte bessergrün einen Teil dazu beitragen, die Plastikverschmutzung in der Nordsee zu verringern und gleichzeitig die Artenvielfalt zu erhalten.

Gemeinschaftsprojekt mit Ghost.diving Germany, der NV und der tauch.versicherung

Zusammen mit bessergrün, der NV und der tauch.versicherung setzt sich die Charity-Organisation „Ghost Diving Germany“ in ihrem gemeinsamen Projekt „Ostfriesland“ für das Aufräumen der Nordsee ein. Denn während in anderen Meeren verschiedene Umweltschutzorganisationen schon längst die herrenlosen Netze bergen, macht es in der Nordsee aktuell noch keiner. Leider ist der Tauchgang in der Nordsee kein leichtes Unterfangen, denn starke Strömungen und trübe Sicht machen die Bergung zu einer wirklichen Herausforderung für die Taucher.

Für bessergrün ist das Thema Meeresschutz neu. Bislang wurde auf dem nachhaltigen Markplatz in der Regel ein Baum gepflanzt – nun wird der Fokus für einen ökologischen Beitrag auch auf das Meer ausgedehnt. Die Idee hierzu kam im Gespräch mit Timo Vierow von der tauch.versicherung und Henning Bernau von den NV-Versicherungen, die bereits in der Hausratversicherung ein Sonderkonzept für Taucher schnürten.

„Wir können jeden Tag einen Blick auf die Nordsee werfen. Diese mit solchen Projekten zu schützen, ist für uns selbstverständlich“, sagt Bernau, der auch das Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel für das Projekt begeistern konnte. „Eine gesunde Nordsee ist uns wichtig und wenn wir dazu beitragen können, machen wir das natürlich gerne“, sagt Kai Koch, dem Geschäftsführer der Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH.

Weiterverarbeitung der Netze in Kleidungsstücke und Schmuck

Mehr als 500 Kg Geisternetze konnten während der Projektwoche aus dem Meer gerettet werden. Damit diese nicht einfach auf dem Müll landen, soll ein Teil weiterverarbeitet werden. So wird zum Beispiel die Firma Healthy Sea Socks aus den Niederlanden Teile der Netze für die Herstellung von Socken und Kleidungsstücken verwenden und der Hamburger Schmuckhersteller Bracenet will aus den Fäden der Netze Armbänder knüpfen. Alle recycelten Produkte werden später auch zum Verkauf angeboten.

  • Viele Meerestiere verheddern sich in den alten Netzen und verenden.

Projektdaten im Überblick:

  • 10 Taucher
  • 520 KG geborgene Fangnetze
  • 2 Bergungsboote
  • 2 Begleitschiffe
  • Dauer des Projekts: eine Woche

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